#coffeedate: Und dann bleibt doch die Angst

Es ist Donnerstag der 07. Mai 2020. Mit dem Gedanken heute etwas zu schaffen und nicht nur faul dazuliegen ziehe ich mir die Decke vom Kopf und gehe in die Küche. Die grauen Wolken wurden immer dichter. Es sah nach Regen aus. Die Kaffeemaschine summt, Straßengeräusche kommen durchs Fenster hinein und ich mache mich für den Tag fertig.

Das erste Mal im Leben sind wir so richtig im Hier und Jetzt. Anstatt in den nächsten Flieger zu steigen, das Jahr mit Festivals und Ausflügen zu planen, mit dem Auto spontan ans Meer zu fahren oder sein Wochenende vollzustopfen, stehen wir einfach nur da. Vielleicht weil wir dieses Mal es in unserem Kopf nicht zulassen Pläne zu machen. Weil wir nicht wissen was in zwei, drei oder zwanzig Wochen passiert. Weil wir nicht vorhersehen können, wie es weiter geht.

In diesen Zeiten weiß man theoretisch das es besser wird irgendwann, aber genau in dieser Sekunde – ist dann doch der Funken Zweifel und Panik. Was wenn diese Ahnungslosigkeit noch bis Anfang nächsten Jahres anhält? Was wenn eigentlich noch alles ist wie vorher, aber die Regierung der Meinung ist wir dürfen doch wieder Pläne schmieden? Zumindest fürs Wochenende?

Meine Tage (kann ich schon von Wochen reden?) verlaufen immer ähnlich. Montags, dienstags und mittwochs arbeiten im Home Office und am Donnerstag und Freitag Uni und weiterbilden. Meine Dosis an News hole ich mir von der Zeitung, die ich jetzt einmal die Woche zugeschickt bekomme. Im Papierformat. Ganz old fashion mäßig. Weil mir das Internet und Social Media einfach gerade zu viel ist.

06. Mai 2020: die Regierung beschließt, dass es weitere Lockerungen geben soll und jetzt die Verantwortung an die einzelnen Länder übertragen wird. Besonders für Familien mit kleinen Kindern ein Segen. Wenn ich ehrlich sein soll, hab ich einfach nur Bauchschmerzen. Nicht, dass ich unbedingt in meiner Zu-Hause-Blase bleiben möchte. Nicht, dass ich nicht sehe, was das alles mit uns macht. Nicht, dass ich nicht auch gerne wieder im Park mit Freunden sitzen und feiern gehen will. Aber der soziale und gesellschaftliche Druck der kommen wird, was man wieder alles darf, und wenn man dann doch sagt einem ist das Risiko zu groß…wird spaßig. Wird man dann für die Verständnis aufbringen, die dann doch lieber noch im Home Office weiter arbeiten wollen, aus Angst mit den Öffentlichen zu fahren? Vielleicht sehe ich das alles zu düster. Vielleicht sind meine Gedanken unberechtigt. Aber wer weiß das schon?

Für mein Outfit entschied mich für ein himbeerfarbenes Kleid mit Tüll und Blumenmuster. Dazu einen rosafarbenen Lippenstift. Es ist 08:30, ich setze mich an den Küchentisch mit meinem Kaffee und einem Croissant. Als ich die Zeitung aufschlage, sehe ich Pippi Langstrumpf. Keine Angst vor niemand! Ich musste schmunzeln.

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