lachend, der untergehenden sonne entgegen – amerika 2018

 

Welcome to the United States of America

Hey Amerika,

da sind wir nun endlich. Du standest schon seit Ewigkeiten auf meiner Reiseliste. Schließlich hatte ich die Chance einen Teil von Dir kennenzulernen. Was soll ich sagen? Jetzt möchte ich Dich erst richtig erleben und in Dir eintauchen. Ich habe Dir ein paar Briefe dagelassen, um zu sagen, wie unglaublich es war.

Ankommen – Washington

Hey Washington,

Du warst meine erste amerikanische Stadt, die ich erleben durfte. Und dafür hast Du mich ziemlich beeindruckt. Glänzend, weiß, imposant, geordnet. Du hast mir gezeigt, was es heißt sein Land zu lieben, zu ehren und andere Menschen nicht zu vergessen. Wer sich für die amerikanische Politik und Geschichte interessiert ist bei Dir sehr gut aufgehoben. Als ich das Kapitol betreten habe, war es wie als würde man die Geister von ehemaligen Senatoren, Politikern und Präsidenten fühlen. Egal wo man hinsieht, Du hast wunderschöne Architektur zu bieten. Du erzählst Geschichten aus den Jahrhunderten, von starken und tapferen Menschen und bist Mittelpunkt politischer Ereignisse. Du bist mächtig und herrschend und das zeigst Du auch. Das weiße Haus und das Lincoln-Memorial sind nur einige Beweise dafür. Es scheint als wäre in deiner Welt einfach alles möglich.

 

Aufwachen – Philadelphia

Hallo Philadelphia,

ohne Erwartungen haben wir Dich erreicht. Ich habe gehört, dass es Dich gibt, mir aber nie große Gedanken gemacht. Das ist schade denn Du bist eines meiner persönlichen Highlights der Reise geworden. Anfangs überfordert und unsicher was ich von einer richtigen Großstadt halten soll, doch nach und nach verliebt. Natürlich wollten wir bei Dir die Geschichte Amerikas weiterführen mit der Liberty Bell (die nicht so besonders ist, wie ich gedacht hätte) und der Independence Hall. Der beste Ausblick auf die Stadt? Natürlich die Treppen hoch zum Museum of Art, die auch einst Sylvester Stallone in Rocky und nun Touristen hochrennen.
Was wäre ein Stadttrip zu Dir ohne ein Philly Cheesesteak zu essen? Die Bars und Restaurants waren voll, denn Dein Team die Philadelphia Eagles spielten. Alle liefen in Trikots rum und das Football-Fieber steckte einen richtig an. Die Stadt sprühte voller guter Laune und man hat sich irgendwie zu Hause gefühlt. Abends, entlang am Delaware River, den Ausblick auf die Stadt genießen, die im Sonnenuntergang glühte.

 

Erleben – New York

Wow New York,

was soll ich Dir bloß schreiben? Du hast uns ganz schön in die Knie gezwungen, wir haben Dich unterschätzt. Ich glaube, ich habe Dich bis heute noch nicht ganz verarbeitet. Ein Abenteuer warst Du auf jeden Fall. Angekommen, Kopf in den Nacken, aus dem Staunen nicht herausgekommen wie hoch alle Gebäude sind. Wie alles funkelt, belebt und aufregend zu sein scheint. Männer in Anzügen, mit Handy am Ohr und Frauen in hohen Schuhen und einem Kaffeebecher in der Hand rennen über die Straßen. Ja, es sieht hier definitiv so aus wie aus wie in den Filmen. Und wie jedes Mädchen, fällt mir zu Dir natürlich Sex and the City ein: „Jahr für Jahr kommen Frauen um die 20 nach New York auf der Suche nach den zwei L: Labels und Liebe“. Endlich durfte ich selber einmal Carrie spielen, wobei ich Dich mit meiner Liebe erleben durfte und Carrie das mit den Labels besser konnte.

 

Zwei Tage haben niemals gereicht, um Dich zu verstehen. Doch die Zeit hat gereicht, einen ersten Eindruck zu Dir bekommen. Unser Hotel lag in Brooklyn und von dort aus haben wir alles mit Fahrrädern erkundet, was eine gute Idee war: wir steckten nicht im Verkehr fest und konnten schnell zwischen den verschiedenen Orten wechseln. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist: das 9/11 Memorial. Dieses Mahnmal und die schrecklichen Hintergründe gehen unter die Haut. Es fällt mir schwer darüber etwas zu schreiben und dafür die richtigen Worte zu finden, man kann es nur erleben.

 

Chinatown, Grand Central Station, Central Park, Freiheitsstatue, Time Square, New York Public Library, American Museum of Natural History, Brooklyn Bridge bei Nacht, … einmal New York im Schnelldurchlauf. Mutig aber machbar. Es gibt noch so vieles, was ich dir sagen könnte. Aber irgendwie finde ich es schöner mir diese Erinnerung im Kopf zu behalten, alleine für mich. Meine Eindrücke, mein New York. Fürs Erste. Denn ich werde definitiv wieder kommen. Denn das mit den Labels muss ich schließlich auch noch hinbekommen (;

Anhalten, Genießen – Über Atlantic City ans Meer

Hey,

dieser Brief geht irgendwie an mehrere Orte. Gegen Ende unserer Reise wurde alles irgendwie verschwommen. Aufgehört die Tage zu zählen, nach der Zeit zu fragen und wo wir überhaupt sind. Fenster runter, Musik an. Weg vom Stress und Lärm der Städte. Einen Gang runter schalten, alles langsamer angehen. Das war unser Plan. Einfach anhalten, wo es uns gefällt.
Doch eine Stadt mussten wir noch mitnehmen. Atlantic City Du warst irgendwie … anders. Du schienst Deine Glanzjahre vor vielen Jahren gehabt zu haben, denn man hatte bei Dir das Gefühl in einer Geisterstadt zu sein. Als hätte man die Zeit hundert Jahre zurückgedreht. Wir ließen es uns aber ziemlich gut gehen bei Dir. Da du ja das Las Vegas der Ostküste bist, ließen wir es uns nicht nehmen auch den Casinos einen Besuch abzustatten. Lachend und leicht beschwipst (voller Glück und vielleicht etwas Wein) über die Promenade laufen und sich zu fragen was wir wohl als Nächstes sehen werden.

 

Wir sind Dir liebes Meer in den letzten Tage nicht von der Seite gewichen. Konnten uns nicht sattsehen an Deinen großen Wellen und an deinem aufbrausenden Verhalten, was uns gleichzeitig aber beruhigt hat. Wir ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen, das Wasser uns an die Füße spülen und fühlten uns einfach frei, erholt, noch einmal tief ein und ausatmen, die letzten Tage brechen an. Noch einmal im Kopf alles durchgehen, wie viel man in der Zeit hier erlebt hat. Es kam uns vor wie Wochen statt Tage. Noch einmal die Augen schließen und sich wünschen einfach hier bleiben zu können. Ich konnte nie richtig nachvollziehen, was einen hierher zieht und warum es das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist. Doch nach diesem ersten Eindruck habe ich Durst auf mehr bekommen.

 

Und mit diesen neuen, frischen und aufregenden Träumen und Hoffnungen gehen wir ein letztes mal lachend, der untergehenden Sonne entgegen.

 

Abschied – Dublin

 

Und wieder weine ich. Habe mir vorgenommen diesmal stark zu sein, wir haben es doch schon so oft durchgemacht. Routine. Die Sonne ist noch nicht einmal aufgegangen, wir fahren los. Kälte nagt, lässt mich frieren, zittern. Vor Kälte oder Traurigkeit? Ruhe. Wir sind da, du hältst an. Mein Herz klopft so aufgeregt als müsste ich gleich eine Klippe hinunterspringen. Ich will nicht. Ich möchte nicht gehen. Wir stehen in einer Umarmung einfach nur da. Nichts wahrnehmen. Meine Kehle schnürt sich zu und ich fühle mich, auch wenn du mich noch fest an dich drückst völlig alleine. Lassen los. Ich drehe mich ein letztes mal um. Da sind nun keine starken Arme mehr die mich halten können. Nur mein eigener Wille. Die Kraft auf das nächste Wiedersehen und auf die Hoffnungen und Pläne die wir uns zusammen erträumen.

Amerika Du warst spontan, für mich eine Weltreise und traumhaft. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

 

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