Life Update: April 2020 – Frühling, Bienen, Umzug, Ruhe, Bücher, …

Es ist 12:35 Uhr am 12. April 2020 und mich überkommt es mal wieder zu schreiben. Ich sitze in unserer Loggia, den Kaffee mit Hafermilch rechts, den blühenden Baum und die warmen Sonnenstrahlen links. Ein Hochbeet mit Tomaten-, Erdbeer- und Kohlrabipflanzen vor mir. ‚Grips‘ von Seeb und Bastille läuft nebenbei. Ich grinse in mich hinein, fühle die Leichtigkeit wieder in mir aufsteigen, das Jahr trotz aller Umstände endlich anfangen zu leben. Zeit also, wieder ein paar Zeilen zu schreiben…

First things first: Wie gehts mir? Ich genieße und verteufle die Isolation zugleich. Einerseits möchte ich den typischen Berliner Frühling erleben. Kaffee trinken im Lieblingscafé, erste kühle Abende im Treptower Park auf einer Picknickdecke mit guten Freunden, mit Lederjacke und einem Falafel Sandwich in der Hand, beschwipst aus der alten Kantine stolpern. Samstags über den Wochenmarkt spazieren und sonntags brunchen. Aber dann kommt da wieder die Introvertierte aus mir raus, die alleine sein richtig feiert. Keine Verpflichtungen, keine gezwungenen Treffen, kein unnötiges Feierabendbier wobei man doch am liebsten nur Netflix alleine schauen will. Sich zurückziehen und nichts tun. Den inneren Couch-Potato ohne schlechtes Gewissen rauslassen.

Was hast du gelesen? Sehr, sehr viel. Bisher so 11 Bücher seit Januar. Isolation bedeutet für mich gerade gaaaanz viele Bücher zu verschlingen. Hier eine kleine Auswahl der besten Bücher aus der letzten Zeit:

Das Café am Rande der Welt – John Strelecky
Okay erwischt, ich habe dieses ultra gehypte Buch auch gelesen. Aber der Hype ist zu Recht. Sehr motivierende Gedankengänge die den Leser in seinen Plänen bestärken. Wer sich noch nie mit Büchern dieser Art auseinandergesetzt hat, findet in den paar Seiten einen kleinen Schatz.

Der Schleier der Angst – Samia Shariff
Erzählung einer mutigen starken Frau die aus den traditionellen Leben und den damit einhergehenden Quälereien, Folterungen und Unterdrückungen entfliehen zu versucht. Oft kopfschüttelnd was da draußen alles geschieht, von dem wir nichts wissen. Oft mitfühlend und emotional wie sie versucht sich und ihre Kinder zu schützen und zu retten.

Auerhaus – Bov Bjerg
Hab das Buch erst nicht verstanden. Irgendwie verstehe ich es auch bis heute nicht ganz, was der Autor einem mitteilen will. Vom Erwachsen werden, von der Liebe und ein bisschen von der Gesellschaft. Das Auerhaus ist nicht nur für die Protagonisten, sondern auch für den Leser ein Ausflug in die leichten und manchmal schweren Gedanken von jungen Erwachsenen. Trotzdem irgendwie gut. Irgendwie.

schnell.liebig – Lina Mallon
Herzensempfehlung. Von der ersten Seite an hatte Lina mich mit ihrem Schreibstil gefangen. Ich kannte sie ein bisschen von Instagram, habe aber tatsächlich selten ihren Blog besucht. Sie schreibt mit Herz, Witz und Ironie über ihre Erfahrungen in der Zeit als Single. Erst auf der Suche nach einer nachfolgenden Liebe, dann auf der Suche nach Abenteuern mit Fremden auf Tinder und Co. und schließlich auf der Suche nach sich selbst. Fühlt sich an wie ein guter süßer Wein an einem lauen Sommerabend.

Neues entdecken. Dann gibts da noch eine Sache, die mich überkam, von der ich zutiefst überzeugt bin und ich mich Hals über Kopf hineingestürzt habe: Bienen. Die kleinen pelzigen Wesen haben es mir seit dem Buch „Die Geschichte der Bienen“ angetan. Ich wollte mehr wissen über die Imkerei und was eigentlich falsch läuft damit in unserer Welt. Kurzerhand meldete ich mich bei einer Ausbildung zur ökologischen Imkerin an und jetzt habe ich schon die ersten Theoriestunden hinter mir und einiges gelernt. Bienendemokratie, Beuten, Pflanzen, Intelligenz, Ausstattung. Das man bei Bienen nicht alles hinterfragen muss. Bin gespannt, was da noch auf mich zukommt und wann ich selbst ein Volk betreuen darf. Ich freue mich zumindest sehr auf dieses Lebensprojekt.

Große, kleine Schritte. Und dann habe ich einfach meine Wohnung gekündigt, habe die wenigen Umzugskartons gepackt und bin zu meinem Freund gezogen. Die erste Wohnung ist etwas Besonderes. Das erste Mal ohne Eltern wohnen, für sich selbst sorgen und alles bestimmen. Es tut gar nicht so weh wie erwartet, die Ein-Zimmer-Wohnung hinter sich zu lassen. Erinnerungen an ausufernde Partys, Wein- und Pizzalastigen Nächten, philosophieren über das Leben und die Liebe, Streitgespräche, Erwachsen werden halt. Diese Erinnerungen nehme ich mit.

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