Tagebuch

Realitätsflucht oder Momentefänger? – November 2018

November. Der Monat fühlte sich lang an. Fühlte sich an als würde sich etwas verändern. Als würde ich mich verändern? Zwischen Berlin und Dublin, zwischen Sonnenstrahlen und Dunkelheit, zwischen Inspirationen und Träumen, zwischen Manuskripten und ToDo-Listen.

 

Buntes Herbstlaub. Letzte kraftvolle Sonnenstrahlen. Zusammen Kraft tanken in Berlin, bevor du wieder gehst. Habe mir gesagt, ich lebe nicht mehr nur für das nächste Wiedersehen. Ich lebe in der Zeit und noch mehr in den gemeinsamen Momenten. Doch fiel mir das einfach ungeheuer schwer. Kältere Tage, Nebel beim Ausatmen, Dunkelheit, Gedanken. Und alles fällt tausend mal schwerer, wenn man alleine ist. Ich habe trotzdem die Tage gezählt, jeden Einzelnen. Ablenkung. Freunde, lachen, Tierheim, Uni. Ich fühle wieder Kreativität in mir und Ideen, probiere mich aus, arbeite an dem Blog. Mehr mein Leben organisieren, mehr Struktur hineinbringen, dieser Prozess fühlt sich gerade richtig richtig gut an. Mir wurde diesen Monat immer deutlicher, was ich möchte und erreichen will und auch wenn es weh tat Dinge dafür aufzugeben, so stehe ich doch hinter meinen Entscheidungen. Für alles, was kommt, muss etwas gehen. Und ich weis, dass das, was kommt, sich einfach nur wunderbar anfühlt.

 

Realitätsflucht oder Momentefänger?

 

Schritt nach vorne und Augen schließen.  Der Wind zieht scharf an meinem Ohr vorbei und ich nehme die Geräusche des aufbauschenden Meeres war. Weite. Ruhe. In der Zeit, wo wir zusammen sind wünsche ich mir oft sie einfach anzuhalten, für immer in diesen Glücksmomenten zu ruhen. Diese kleinen Ausflüge sind nicht nur Ausbrüche aus dem Alltag. Sie sind viel mehr als das. Erreichen das Herz und Seele. Ich berühre die Felswand und fahre mit meinen Fingern über die alten grauen Steine. Wie schnell dies alles doch immer vergeht. Morgen bin ich schon wieder in Berlin und sitze an meinem Schreibtisch. Ich liebe diese Welt, die wir uns zusammen erschaffen haben. Wir laufen weiter, alles wie im Bilderbuch. Keine Kamera der Welt, keine Worte können diesen Moment und diese Aussicht beschreiben.

 

Und während wir so da standen, an Märchen glaubten, die Zeit an uns vorbei fließt, haben wir Träume, die uns stärken. Entgleitet die Zeit uns oder entgleiten wir der Zeit?

Weiterfahren. Musik aus. Nur mit den Augen wahrnehmen. Wir schweigen, weil es nicht immer viele Worte braucht. Ein Bild, ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Egal ob ich in deine Augen sehe oder aus dem Fenster. Das Meer, die Felsen, die Wiesen ziehen an uns vorbei. Was mich die Fernbeziehung bisher am meisten gelehrt hat: wie vergänglich die Zeit ist, wie schnell Momente dahin sind und wie sehr man im Augenblick leben muss. Wie als würde es kein Morgen geben. Wie als wäre man dann plötzlich wieder in einem anderen Land.  Und jedes mal bringe ich mir ein Souvenir mit. Einen Moment,  der sich fest in mein Herz setzt.

 

Danke November, du warst mein Traumfänger für die Erinnerungen, Inspirationen und Herzensangelegenheiten.

 

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