seit vier monaten ohne instagram

 

Ich bin nicht mehr aktiv auf Instagram. So, jetzt ist es raus. Seit dem 01.01.2019 habe ich beschlossen Instagram nicht mehr zu benutzen und es auf meinem Handy zu löschen. Das Profil existiert noch. Für eventuelle Rückfälle. Oder weil ich mich noch nicht getraut habe, endgültig bye bye zu sagen? Aus einem ein-Wochen Experiment sind jetzt vier Monate geworden. Doch warum das Ganze?

 

Zeitfresser Nummer eins

Wir kennen es alle. Da sitzt man gemütlich auf der Couch und will sich einen Film ansehen und schwups Instagram ist auch mit dabei. Mal schauen, wer eine neue Story gepostet hat oder gerade unterwegs ist. Und aus „nur mal kurz gucken“ ist eine halbe oder ganze Stunde geworden. Und das ein paar Mal am Tag. Leider wurde das bei mir zum Alltag und ich hatte keine Kontrolle mehr mir zu verbieten Instagram zu benutzen. Ich habe dafür Aktivitäten liegen gelassen, die ich mir eigentlich vorgenommen habe. Auch das „Abends-nochmal-schnell-einen-Blick-hinein-werfen“ wurde leider zu einer Art Ritual. Auf die Bahn warten – Instagram checken. Kurze Kaffeepause – Instagram checken. Irgendwo in der Schlange stehen – Instagram checken. Das summierte sich den Tag über und dann waren es auch gut und gerne mal 3 Stunden pro Tag.

 

 

Folge nur den Menschen, die dir ein gutes Gefühl geben

Auch wenn Menschen mir immer erzählen, sie posten ohne Hintergedanken und lassen sich von perfekten Selfies ohne Unreinheiten, Bikini- und Partybildern und den krassesten Urlaubsspots nicht beeinflussen, bin ich der Ansicht, dass unterbewusst jeder Mensch davon Schaden nimmt. Der Drang und Druck etwas zu posten, wenn man gerade etwas erlebt. Und dann kommt die ungesunde Emotion dazu: Neid. Das Model Sofia Tsakiridou ( Matiamu ) hat in einer in ihrer Insta-Stories einmal folgende Nachricht rübergebracht: „Folge nur den Menschen, die dich motivieren und dir ein gutes Gefühl geben und lösche all diejenigen, die es nicht tun.“ Simpel und einfach umzusetzen. Doch warum tun wir uns so schwer damit, tatsächlich nur den Leuten zu folgen, die uns gut tun? Wieso hängen wir trotzdem an den Profilen von angeblich perfekten Menschen, mit toller Haut und tollen Haaren, die das aufregendste Leben führen. Gibt es in uns drinnen nicht diesen klitzekleinen Gedanken das man selbst auch so sein möchte, was wir uns aber nicht offen eingestehen wollen? Während wir Samstagabend mal nur auf der Couch liegen und andere von einer Party zur nächsten hüpfen?

 

Fake-Glücksgefühle

Als ich mein kleines Insta-Detox gestartet habe, wollte ich erst nur eine Woche durchziehen. Doch aus einer Woche wurden zwei. Aus zwei Wochen wurde ein Monat, und so weiter. Ob ich etwas vermisse? Keineswegs. Mittlerweile lache ich über die Leute, die mit sehr viel Aufwand, das perfekte Foto versuchen hinzubekommen, zu bearbeiten und anschließend mit den richtigen Hashtags zu versehen. Der Kick, nach den ersten Likes. Menschen durch kurze Glücksgefühle, süchtig nach mehr zu machen. Und die Enttäuschung, wenn es doch mal weniger Likes sind, als man sich erhofft hat. Ja, ich wette auch du kennst es. Es ist ein tolles Gefühl Bestätigung durch so ein einfaches Mittel zu bekommen, aber auch gefährlich. Diese Fake-Glücksgefühle beeinflussen uns negativ, da wir langfristig nichts davon haben.

 

 

Wir definieren uns zu sehr über Follower und Likes

Instagram ist heutzutage ein sehr mächtiges Mittel geworden, um vielen Themen einen Platz zu geben. Versteh mich nicht falsch, durch viele Aktionen werden gute Dinge getan. Aber Instagram nimmt immer mehr unser Leben ein. Ich zähle mich auch zu den Verschwörungsdenkern, die sagen, dass wir uns in 10-20 Jahren nur durch solche Plattformen definieren und deine wahre Persönlichkeit untergeht. Ich meine die Persönlichkeit, wie du mit herausfordernden, schwierigen und auch peinlichen Momenten umgehst und nicht die zufällig gespottete Persönlichkeit, mit Po-rausstreck-Pose und Filter.

 

 

Aber Theresia, was ist mit den anderen Social Media Plattformen?

Twitter, Pinterest, Linkedin. Drei schwere Social Media Plattformen, die mein Leben immer noch beeinflussen, aber nicht auf die abhängige Art wie Instagram. Bei Twitter erkundige ich mich über Themen, die in der Welt diskutiert werden, was mir die Nachrichten nicht zeigen. Pinterest ist meine Inspirationsquelle für meinen Blog. Linkedin ist für mich irgendwie ein Muss in der IT-Branche, wo ich aber nur die Suchfunktion nutze und mir sehr selten den Newsfeed anschaue.
Wenn man von Social-Media-Detox redet, muss das nicht gleich bedeuten, sofort alles zu löschen und „abstinent“ zu leben. Schon alleine sich selbst zu tracken und bewusst zu machen, wie viel Zeit verloren geht, lässt den ein oder anderen schon aufwecken. Oder fang doch an dir kleine Ziele zu setzen, wie nur einmal pro Tag für eine halbe Stunde all deine Social-Media-Accounts zu checken oder sich sogar ein-zwei Tage vorzunehmen. Probiere es aus und ich verspreche dir, dass es dir gut tun wird!

 

Wie ist das bei dir? Wie oft checkst du deine Social-Media-Accounts? Hast du schon einmal probiert darauf zu verzichten?

 

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