Sachbuch

Wer fragt, der führt

In der lauten und schnellen Welt in der wir Leben bleibt oft keine Zeit meinem Gegenüber genau zuzuhören und bewusste Fragen zu stellen. Smalltalks mit Freunden und Kollegen beinhalten zumeist die gleichen Fragen. Es ist selbstverständlich, dass wir somit keine Beziehung zu unserem Gegenüber aufbauen können. Für viele ist das keine leichte Sache mit dem fragen, da einem oft aus dem Affekt heraus nichts einfällt als nur „Und, was hast du am Wochenende gemacht?“.

30% fragen, 70% zuhören

 

Wenn du deinem Gegenüber Interesse zeigen möchtest oder die Oberhand über ein Gespräch gewinnen willst, dann gilt folgende goldene Regel: wer fragt, der führt. Und zwar in der Form 30% fragen, 70% zuhören. Das Zuhören haben wir heutzutage oft verlernt. In unserem Kopf sind wir zumeist mit unseren Gedanken schon ganz woanders, nehmen somit die wirklichen Emotionen und Körpersprachen des Gegenübers, bei dem Gespräch, nicht wahr oder haben einfach aus Prinzip mangelndes Interesse, weil es uns egal ist. Dabei ist es wichtig Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass wir bewusst zuhören, was sie sagen. Die Menschen fühlen sich verstanden, bauen eine Art „emotionale“ Beziehung zu dir auf, weil sie wissen du wirst ihnen auch nächstes mal aktiv zuhören. Besonders für Menschen in Führungspositionen ist das Zuhören und Fragen ein entscheidender Punkt. Es ist wichtig eine Verbindung zu seinen Mitarbeitern aufzubauen, um deren Loyalität zu gewinnen.

Doch wie gelingt es mir die richtigen Fragen zu stellen? Durch welche Fragen kann ich das Interesse meines Gegenübers wecken? Welche Fragen muss ich stellen, um ein interessantes Gespräch zu führen?

 

Die Professorin für Strategie und Ethik, Gisela Schmalz, hat ein Buch veröffentlicht, dass dir hilft interessante und bewusste Fragen zu stellen. „Das kleine Buch der großen Fragen“ ist eine Sammlung von 2.000 inspirierenden Fragen über viele verschiedene Bereiche. Fragen über die eigene Persönlichkeit, Beziehungen, Kindheit, Motivationen, Idealen sollen dem Leser ein Buch zur Seite stellen, um weniger Smalltalk zu halten und stattdessen ein fokussiertes Fragen zu ermöglichen.

Das Buch beginnt zunächst mit einer Einleitung, über die Philosophie des Fragens und weshalb wir es in unser schnellen Welt ganz oft vergessen. Was ich sehr positiv finde, dass kein einziges mal das Wort „Ich“ vorkommt, obwohl es sich die ganze Zeit um die eigene Person dreht. Die Fragen sind gegliedert nach Kategorien und haben ein weites Themenspektrum. Das Buch ist eine Motivationsquelle für alle, die sich mehr mit sich als Persönlichkeit beschäftigen wollen. Der Leser kann Stunden mit dem Buch verbringen und immer schlauer aus sich werden. Ich mag es, dass es trotz der Größe so eine Vielseitigkeit aufweist und wirklich tiefgründig gehen kann.

Für alle, die mehr über sich selbst herausfinden wollen oder mit anderen philosophieren und sich austauschen möchten, ist dieses Buch perfekt. Es bietet einen Begleiter, der immer wieder hinausgenommen und durchgeschmökert werden kann. Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, dem es schwerfällt mit fremden Menschen zu kommunizieren und dies gerne ändern möchten. Weiterhin ist es eine tolle Grundlage für Führungspersönlichkeiten, Menschen auf eine tiefgründigere Weise kennenzulernen.

Das kleine Buch der großen Fragen, von Gisela Schmalz – Goldmann Verlag

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